Neues Taschenmesser [Hinweise / Erfahrungen]

Taschenmesser, oder allgemeiner Klappmesser, scheinen die Urversion (1891: Schweizer Militärmesser) des Konzepts später entwickelter und allgemeiner benannter Multifunktionswerkzeuge (Bauart des Leatherman: 1978) zu sein.

Designbedingt stehen sich hier aber Chancen und Risiken in engem Spannungsfeld gegenüber.

“Why, detective, is that a gun in your pocket or are you just happy to see me?” (link)

Chancen

Die grosse Chance, der Ausblick, die Versprechung eines Multitools oder auch Klappmessers, besonders mit mehreren sogenannten Funktionen, ist die Verfügbarkeit von gleichzeitig möglichst versatiler und möglichst mobiler mechanischer Einflussnahme. Neben der Funktion eines Klappmessers sind moderne Taschenmesser und Multifunktionswerkzeuge für verschiedene Anwendungsbereiche ergänzend neben einer Messerklinge mit weiteren Spezialwerkzeugen, wie etwa Büchsenöffner oder Korkenzieher, ausgestattet. Es ist also eine erste schwierige Abwägung, ob weniger mehr ist oder nicht, und ob man sich beispielsweise eher das Multifunktionswerkzeug fürs Fahrradfahren, oder das mit Laserpointer, kauft. Ein Wenger Giant wiegt etwa 1,4 kg, ein Victorinox Swiss Champ XAVT etwa 350 g. Das kann also die Hosentasche recht stark ausbeulen.

Das originale Review zum Wenger Giant

Wenger Schweizer Offiziersmesser Giant Messer, mit Schatulle – Rezension von Wario (4 von 5 Sternen): Schweizer Ingenieur im Wenger gefunden – “Grundsätzlich bin ich mit den Funktionen des Wenger Giant sehr zu zufrieden. Allerdings scheinen mir die Produktionsstandards etwas mangelhaft zu sein. So habe ich zwischen den Funktionen #721 (Abrissbirne) und #722 (Skisprungschanze) zufällig einen Schweizer Ingenieur (Herr Ing. Meier) gefunden. Dieser ist anscheinend bei der Montage des Wenger Giant vergessen und eingeschlossen worden. Neulich beim Ausklappen der Abrissbirne (wir reissen mit dem Wenger derzeit eine alte Lagerhalle ab -> funktioniert 1a, das Wenger macht alles platt :) ) schallte mir plötzlich ein “Grüezi” entgegen. Ich habe mit dem schwenkbaren Fluchtlichtmasten (#433) gleich mal den Zwischenraum ausgeleuchtet und tief unten den winkenden Herrn Ing. Meier entdeckt. Mithilfe des Lastenzugs (#1011) konnte ich Herrn Ing. Meier zwar problemlos bergen aber der gute Mann war doch sichtlich erschöpft und leicht unterkühlt. Also ab in die Infrarot-Kabine (#73) mit ihm und erstmal wieder aufwärmen. Nach einem leckeren Käsefondue (#973) und einem frischen Glas Wasser von der haus- bzw. messereigenen Bergquelle (#244) war er dann wieder bei Kräften. Die Geschichte ist zwar zum Glück nochmal glimpflich ausgegangen aber ärgerlich ist es trotzdem und sollte bei einem Qualitätsprodukt wie dem Wenger Giant eigentlich nicht passieren. Dafür gibt’s von mir und Herrn Ing. Meier einen Punkt Abzug. PS: Herr Ing. Meier und ich werden sicherheitshalber mit dem Radar (#768) nochmal alle Zwischenräume absuchen, nicht dass hier noch weitere Personen eingeschlossen sind. Ich möchte allen anderen Besitzern des Wenger Giant ans Herz legen, das gleiche zu tun. Denn eines muss einem klar sein, mit einem mächtigen Werkzeug wie dem Wenger Giant geht auch viel Verantwortung einher! Gesendet mit meinem Wenger”

Weitere Erfahrungen dazu

Wenger Giant – Rezension von D. Cornelia (3 von 5 Sternen) – Viel Spaß, aber auch ein wenig Ärger – Rezension aus Deutschland vom 17. Dezember 2018 – Nach der Genehmigung eines Kleinkredites unserer Hausbank stand der Bestellung dieses tollen Werkzeuges nichts mehr im Wege. Für den Tag der Anlieferung hatten meine Frau und ich. Uns extra einen Tag Urlaub genommen. Dank Schwenkkrans am LKW könnte das Giant gut neben dem Haus auf dem vorbereitetem Fundament abgesetzt werden (der Boden ist hier sehr weich). Noch am selben Tag tauchte jedoch ein Freundlicher Beamter des Bauamtes auf und wies uns darauf hin das es sich hier um einen ungenehmigten Schwarzbau handelt (der ortsansässige Zimmermann hatte uns flink einen bereits vorbereiteten Extragroßcarport über das Giant gesetzt um es erstmal vor den Wetterunbilden zu schützen). Wir bekamen eine Frist von einigen Wochen gesetzt um das Objekt zu entfernen. Es wurde also im Haus eine Zwischenwand entfernt, die Decke abgestützt und eine große Öffnung in die Außenwand gebrochen. Dank des eingebauten Flaschenzuges und einiger gefällter Eichen (die waren sowieso schon viel zu alt), konnten wir das Messer relativ einfach über die Stämme rollend nach mehreren Stunden ins Haus ziehen. Vor ein paar Tagen erhielten wir nun Post vom Jugendamt. Ich denke das ein neidischer Nachbar uns angeschwärzt hat. Unsere sehr naturverbundenen 2 Kinder hatten für den Umzug des Giant ins Haus ihre Zimmer geräumt und zogen in ein extra dafür preiswert erstandenes Zweimannzelt in den Garten. Wir werden nun wohl noch einen günstigen Wohnwagen oder eine Baubude für die zwei anschaffen müssen. Der nächste Ärger kam dann allerdings einige Wochen später. Da das Messer ja auch einmal ausgeklappt werden sollte war uns leider die Zwischendecke im Weg. Diese wurde natürlich herausgebrochen und die darüber befindliche kleine Zweizimmerwohnung entfernt. Darüber regen sich schon wieder unsere Nachbarn auf. Oma ist nun wirklich mit ihren 64 Jahren nicht mehr die Jüngste und das Heim im Nachbarort sehr schön. Es gibt aber auch sehr viele schöne Momente. Oft sitzen wir Abends neben unserem Giant und studieren im Lichte des eingebauten, romantischen Flutlichtstrahlers die 3 telefonbuchdicken Bedienungsanweisungen. Dazu hören wir schöne Musik aus der ebenfalls integrierten Dolby Surround Anlage (lachend erinnern wir uns dabei an unser altes Makita Werkstattradio) und genießen ein gutes Glas Wein aus dem in den Katakomben des Messers entdeckten Weinkeller.

Ergänzende Frage zum Bernsteinzimmer

psychicfairy28 23. Juli 2015 Das Bernsteinzimmer selbst ist lt. Begleitbuch nicht enthalten, siehe Bd. 12, S. 398. Daher kein Wunder, dass Sie es nicht finden konnten. Aber den Plan hierzu finden Sie im Kartenzimmer (#1257). Für die interessierten Schatzsucher sei noch erwähnt, dass sich hier u. a. auch die Karten zu den Standorten von Atlantis, des Kontrollraums des Bermuda-Dreiecks, den Bauplänen zu Stonehenge, den Nazca-Linien und den Moai-Steinskulpturen der Osterinseln befinden. Die Be-/Suche aller dieser Stätten wird einem leider nicht abgenommen, aber durch das Wenger ist man für jegliche Expedition fantastisch ausgerüstet, sobald die Transportfrage geklärt ist. Gerade die Visa- und Zollanträge können – fast – unbürokratisch im vorhandenen “Universalkonsulat” (#862) beantragt und sogleich bearbeitet werden. Der Genehmigungsstempel des Ein- bzw. Ausreiselandes wird dadurch zur reinen Formsache. Das spart richtig Zeit und Nerven.
Risiken

Zum Victorinox Taschenmesser Swiss Champ XAVT (83 Funktionen, Digitalanzeige, Bit-Schlüssel) rot transparent

Review von Las Zenow (4,0 von 5 Sternen) “guter Begleiter” – Rezension aus Deutschland vom 8. März 2019 – Wir waren am Wochenende auf dem Mond zum Golfen und hatten natürlich da Messer dabei, da es die gravitationsbedingten Verluste des Gewichts auch für 2 Personen optimal ausgleicht. 1 Punkt Abzug, da das Stechen der Löcher auf der Mondoberfläche etwas flüssiger vonstatten gehen könnte. Fahnen waren bereits vorhanden.

Risiken und Abwägungen

Um mechanische Einflussnahmegeräte – wie Kugelschreiber, Bohrhämmer, und so weiter – stabil zu machen, um sie wirksam in einer Kraftquelle (meist: menschliche obere Extremität) zu verorten, sind im Grunde ausreichend dimensionierte Griffe, Haltevorrichtungen, handgerechte Stiele, zielführende Substruktur. Sieht man sich Hämmer, Sägen, Küchen- oder Schnitzmesser, Schraubenzieher oder Büchsenöffner an, so fallen gerade gelegentlich gefällig gestaltete, grossen Anwendungskomfort versprechende Griffe besonders auf. Um aber Klappmesser oder Multifunktionswerkzeuge besonders mobil zu machen, wird auf exakt diese Haltemechanismen verzichtet und das Multitool, Klappmesser, Klappwerkzeug, zeichnet sich damit bereits definitionsgemäss, beabsichtigtermassen sozusagen, durch eine verbautermassen erschwerte Handhabung aus, indem es überdies wenigstens ansatzweise miniaturisiert erscheint. Das schlechte in der Hand liegen muss also als planhaft betrachtet werden! Indem alles, was die Handhabung einfach macht, zur besseren Mobilität weggelassen wird, resultiert zwangsläufig ein schwer handhabbares Gerät. Das ist zutiefst vertrackt, denn die Taschenmesser weisen eine sehr hohe Anmutungsqualität auf. Sie verführen dadurch zum Gebrauch. Dessen muss man sich erst einmal bewusst werden.

Meist wird man sich dessen aber nicht als erstes bewusst. Und so birgt ein Taschenmesser, besonders wenn man so etwas noch nicht so kennt, wenn es neu ist und man damit interessiert herumspielt, gewisse anscheinende Überraschungen. Dabei scheint eine besondere Gefahr zu sein, dass neben der inhärenten erschwerten Handhabbarkeit die Klingen zwecks Klappmechanismus gerade in noch neuem, ungebrauchtem Zustand eingermassen streng gehende Federn haben, und zweitens, dass die Klingen gerade bei neuen Messern ganz besonders scharf sind. Man könnte damit beim neuen Messer von einer einigermassen verschärften Gefahr sprechen. Als jemand, der in seiner Jugend mangels besserer Einfälle und aufgrund gewissen Verschleisses regelmässig mal ein neues Taschenmesser geschenkt bekam, ebenso wie meine Schwester, kann ich davon ein Lied singen. Was haben wir geblutet!

Die Klappmesser sind aber so gemacht, dass man sie grundsätzlich zum herumspielen in die Hand nehmen muss. Sie drängen sich einem direkt auf. Dennoch ist es nicht unbedingt eine gute Idee, sich bei ansonsten langweiliger Zugfahrt nach Hause mal zur besseren Uebersicht erstmal im Zugabteil alle Klingen des neuen Messers rauszuklappen. Ich würde das ganz sein lassen, oder nehmen Sie wenigstens ausreichend Desinfektionsmaterial und Verbandstoff mit.

Weiter ist auch etwa nach Rückkehr aus dem Ausgang ins Hotel, nachdem man allenfalls das eine oder andere Getränk zu sich genommen hatte, das Vornehmen kleiner, dann eventuell aussichtsreicher Arbeiten mit dem neu gewonnenen und überzeugend in der Hand liegenden Werkzeug (“dieser Gürtel braucht unbedingt ein weiteres Loch”, “mal schauen ob die Steckdose ordentlich montiert wurde”, “lass mal den Apfel schälen”) nicht stets eine so glanzreiche Idee, wie es allenfalls zunächst erscheinen mag.

Zuletzt ist besonders als Tourist zu berücksichtigen, dass kaum ein Taschenmesser bei Flugreisen einfach im Handgepäck mitgeführt werden darf.


Cite this article:
Wolf Schweitzer: swisswuff.ch - Neues Taschenmesser [Hinweise / Erfahrungen]; published 28/08/2020, 11:43; URL: https://www.swisswuff.ch/wordpress/?p=1777.

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